#Jetzt #Dringend
Argentinien; Buenos Aires : Indigene Frauen besetzen friedlich das Innenministerium. Sie fordern den Empfang beim Innenminister Rogelio Frigerio. Die Frauen gehören verschiedenen indigenen Nationen Argentiniens an und sind aus den Regionen in die Haupstadt Buenos Aires gereist, um ihre Forderungen mitzuteilen.
Indigene
Frauen in Argentinien sagen BASTA zum Terrizid
Wir
indigenen Frauen aus verschiedenen Konfliktgebieten, die diversen
indigenen Nationen Argentiniens angehören, sind gekommen, um den
Gedanken, das Wort und den Vorschlag zu überbringen, die aus dem
Herzen der Erde hervorgegangen sind, das unter unseren Füßen
schlägt. Dieses Herz beinhaltet die gesamte spirituelle Welt, die
das Leben der Erde aufrechterhält und die wir gemäß den Stimmen
unserer Völker auf unterschiedliche Weise benennen. Wir bekräftigen
auch die territoriale Plurinationalität, die wir seit jeher gebildet
haben. Wir haben uns einberufen, weil die Beamten verpflichtet sind,
uns zuzuhören.
Wir
sind Geberinnen und Hüterinnen des Lebens, und so wie eine Mutter zu
ihrem Kind sagt: Basta, hör auf, sagen wir basta zu diesem
kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen System, das das
Leben des Planeten gefährdet.
Durch
uns spricht eine jahrtausendalte Kultur, die eine Art und Weise die
Welt zu bewohnen entwickelt hat, die auf Gegenseitigkeit und
Liebenswürdigkeit im Umgang mit der Natur basiert. Durch uns
sprechen unsere Vorfahren und Ahnen, die Wächter dieser Weisheit
waren und die uns mit viel Schmerz und Opfer ihr Wissen hinterlassen
konnten. Durch uns spricht die Erde, diese Erde, mit der wir durch
unsere Spiritualität verbunden sind, in unserer Art, das Leben zu
verstehen. Wir ehren den Boden, auf den wir treten, und die Frucht
der Erde, die uns nährt. Wir ehren die verschiedenen Lebensweisen
und kommen mit Entschlossenheit, Mut und Würde, um zu sagen: Basta.
Wir
beschuldigen Regierungen und Unternehmen des Terrizids, da sie unser
Territorium töten. Wir bezeichnen nicht nur den Mord der Ökosysteme
und Völker, die diese bewohnen, als Terrizid, sondern auch den Mord
an allen Kräften, die wir als wahrnehmbares Ökosystem bezeichnen
und die das Leben auf der Erde regulieren. Diese Geister sind dafür
verantwortlich, dass das Leben auf der Erde weitergeht und sie werden
zusammen mit ihrem Lebensraum zerstört. Es wird keine Möglichkeit
geben, diese Ökosysteme zu reparieren und wiederherzustellen, egal
wie viel aufgeforstet wird, oder Grünflächen geschaffen werden. Die
Kräfte, die diesen Lebensraum bewohnten, werden für immer
verschwunden sein. Noch haben wir Zeit, um dies zu verhindern!
Die
Erde redet mit uns, wir sind ihre Sprecherinnen und überbringen
ihren Schmerz.
Der
Terrizid zerstört auch ganze Völker, die Wächter eines
Verständnisses einer Lebenskunst sind, die notwendig ist, um eine
neue Zivilisationsform entwickeln zu können. Wenn sie beseitigt
werden, wenn indigene Völker getötet werden, wird auch die
Möglichkeit getötet, ein neues Gesellschaftsmodell zu konstruieren.
Jede und jeder von uns der indigenen Völker, kennt nicht nur die
Theorie, sondern auch die Praxis von Gesellschaften, die in
Reziprozität mit der Natur leben und für die das Leben als höchster
Wert gilt.
In
diesem Moment erheben sich in der Welt Stimmen gegen den Klimawandel.
Stimmen, welche die Regierungen dazu aufrufen, eine Bremse zu ziehen.
Stimmen, die aus Europa kommen und volles Gehör bei den Medien
finden. Die globale rassistische Politik schafft es, dass die Stimmen
der indigenen Völker unhörbar und unsichtbar bleiben, und unser Tod
auf soziale Gleichgültigkeit stößt.
Wir
indigenen Frauen sind die Körper, die am meisten unter diesen
Gräueltaten leiden.
Zu
unseren Männern sagen wir: Wacht auf! Unser antipatriarchaler Kampf
ist ein antikolonialer Kampf. Überprüft euer Verhalten, das von
dieser kolonisierenden, sklavenhaften, westlichen Mentalität
durchdrungen ist, die uns Unterwerfung, Demütigung und Misshandlung
gebracht hat. In der Vergangenheit waren wir immer eine komplementäre
Dualität, die aus Gegenseitigkeit und Liebenswürdigkeit zwischen
den Lebewesen besteht. Wir wollen diese Weisheit, die in uns wohnt,
zurückgewinnen. In vielen unserer Gemeinschaften gibt es
kein Wasser, um Kleidung zu waschen, müssen wir 3 oder 4 Kilometer
laufen, das Kochen von Lebensmitteln für unsere Familie ist zu einer
fast unmöglichen Aufgabe geworden, gestaute Flüsse, verschmutzte,
zerstörte und ermordete Wälder.
Wir
prangern den Staatsterrorismus an, den wir jeden Tag erleiden:
willkürliche Festnahmen oder Razzien; das Verschwindenlassen von
Menschen und Folter; Vertreibungen aus unseren Gemeinschaften, die
einen Verstoß gegen unsere Rechte und Gesetze darstellen, die uns
schützen. Ebenso wird eine vorherige, informierte Konsultation nicht
eingehalten. Wir prangern auch die Militarisierung der Territorien
an.
Historisch
gesehen liegt es an uns, das Leben unserer Familien zu erhalten und
zu retten, weshalb die Grausamkeit gegen indigene Frauen größer
ist.
Während
des zweiten Parlamentes der Bewegung indigener Frauen für ein gutes
Leben wurde eine Umfrage durchgeführt, die den von uns erlittenen
Femizid aufdeckt. In Argentinien leiden heute 8 von 10 indigenen
Frauen unter Vergewaltigung, Missbrauch und körperlicher Gewalt. 7
von 10 erleiden Gewalt durch die Polizei und staatliche
Sicherheitskräfte. 7 von 8 Frauen haben keinen Zugang zur Justiz. 5
von 8 vergewaltigten und getöteten Frauen sind ältere Menschen, in
den meisten Fällen geistliche Autoritäten.
Wir
haben einen langen Weg nach Buenos Aires zurückgelegt und Vorschläge
mitgebracht, die unserer Ansicht nach dazu beitragen werden, den
Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen und die Gerechtigkeit
und Reziprozität zwischen den Völkern wiederherzustellen.
Wir
sind dafür verantwortlich, Trägerinnen dieser Botschaft zu sein.
Wir können nicht in unsere Gemeinschaften zurückkehren, ohne vorher
gesprochen zu haben und ohne sicher zu sein, dass nicht nur die
höchsten Beamten, die dieses Land verwalten, uns zugehört haben,
sondern alle Völker der Welt, um gemeinsam das Konzept des “buen
vivir“ (Guten Lebens) als Recht zu beschließen.
Das
Leben der Territorien zu schützen, den Klimawandel einzudämmen, ist
unsere Verpflichtung. Es ist unerlässlich, dass ein Teil der
Vorschläge, die wir einbringen, in die politische Agenda aufgenommen
wird, unabhängig davon, was bei den nächsten Wahlen passiert. Seien
wir den diensthabenden Politikern gegenüber nicht unterwürfig.
Es
gibt für uns keine individuellen Führungspersonen, sondern Völker,
die in ihre Zukunft führen. Das Leben ist nicht verhandelbar!
Wir haben
die Einführung eines Todessystems zugelassen, das die Menschheit
denaturiert hat. Wir möchten euch daran erinnern, dass wir bei
unserer Ankunft auf dieser Welt nichts mitbringen und auch bei
unserer Abreise nichts mitnehmen werden, es bleiben nur die Spuren,
die wir auf unserem flüchtigen Weg auf dieser Erde hinterlassen
haben.
Wir
bitten Sie, wachsam zu sein! Seid jetzt Hüterinnen und Hüter
unserer Stimmen in dieser Stadt.
Wir
beschließen den Aufstand der einheimischen Blumen.
Sie
haben Terrizid gesät und werden Rebellion ernten!!!
